Kritik mag niemand gerne – zu leicht gerät unser Selbstbild
und damit unser Selbstwertgefühl ins Wanken.
Ich möchte Ihnen eine Strategie vorstellen, mit der Sie in Zukunft besser mit Kritik umgehen können.
Was macht Kritik eigentlich so schlimm? Ich denke, das Schlimmste ist, dass sie an uns nagt, dass sie uns weiter begleitet. So sammelt sich im Laufe der Zeit ein unverarbeiteter „Kritikberg“ an. Das Resultat: Wir sind immer weniger kritikfähig und können immer weniger „vertragen“ – klar, da ist ja schon so viel, das uns runter zieht.
Wichtig ist also, dass wir die Sache so bald wie möglich abhaken, erledigen, loslassen.
So gehen Sie mit Kritik positiv um
Laden Sie sich den Vordruck "Kritik positiv" herunter.
So nutzen Sie den Vordruck:
Wann immer Sie merken, dass eine Kritik an Ihnen nagt, schrieben Sie auf, was der andere gesagt hat. Dann notieren Sie Ihre Gefühle dazu. Sie dürfen ruhig schimpfen und unflätige Dinge schreiben wie „Was denkt der Depp sich eigentlich“ oder: „Ich platze vor Wut- wie kann die nur“. Toben Sie sich ruhig aus.
Notieren Sie aber auch Gefühle wie "Oh, war das peinlich" oder "Ich bin so unfähig, wieso passiert mir das immer".
Sinn und Zweck dieser Notizen ist, dass Sie Ihre Gefühle wahrnehmen- so kommen sie heraus und können nicht versteckt an ihnen nagen.
Stellen Sie sich Ihre Gefühle wie einen Nebel vor – Sie können nicht klar sehen. Wenn sich ihre negativen Gefühle aber gelegt haben, dann können Sie die Kritik mit dem Verstand bearbeiten und besser damit umgehen.
Lassen Sie den Vordruck einen Tag liegen und füllen Sie am nächsten Tag die 3. Spalte des Vordrucks aus.
Denken Sie jetzt einmal ruhig über das Gesagte nach: Ist da etwas dran? Können Sie aus der Kritik vielleicht sogar etwas lernen?
Wenn das so ist, dann notieren Sie es. Überlegen Sie, ob es jetzt etwas Bestimmtes zu tun gibt. Wollen Sie sich bei jemandem entschuldigen oder wollen Sie vielleicht eine Vorgehensweise ändern? Falls Ihnen etwas einfällt, dann notieren Sie es auf einem Extra-Zettel.
Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass die Kritik Sie bereichert, dann bedanken Sie sich (in Gedanken) bei dem Kritiker.
Vielleicht kommen Sie aber auch zu dem Schluss, dass es sich bei dem Gesagten nur um eine Meinung handelt, dann sagen Sie dem anderen (in Gedanken), dass sie seine Meinung zwar akzeptieren, aber nicht teilen.
Wenn Sie meinen, dass es nötig ist, können Sie auch kurz andere Personen fragen, wie die die Sache sehen- Feedback von Außen kann manchmal sehr helfen, klar zu sehen.
Wenn Sie fertig sind, zerreißen Sie den Zettel- das ist ein sehr mächtiges Ritual, das anzeigt, dass Sie mit der Sache nun abgeschlossen haben.
Wenn Sie es geschafft haben, mit Kritik so umzugehen, dann dürfen Sie sich beglückwünschen. Sie sind der Kritik nicht mehr ausgeliefert, sie muss nicht wochenlang an Ihnen nagen und Ihnen Frust bescheren- Sie setzen sich damit auseinander und dann lassen sie sie los.
Je öfter Sie diese Strategie üben, um so besser werden Sie darin. Und: Sie verbessern Ihr Leben, Sie haben weniger Frust und Ihr Wohlbefinden steigt.
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